Aktuelles zur Migration auf ISO 45001

Seit März 2019 hat der ISO-Standard 45001:2018 „Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ als internationale Zertifizierungsnorm für Arbeitsschutzmanagementsysteme die bisherige BS OHSAS 18001:2007 abgelöst. Von der DAkkS erhielten die Zertifizierungsstellen ergänzende Informationen zum Umstellungsprozess seitens des IAF Technical Committees.

Im Rahmen der letzten IAF-Sitzung im Oktober 2019 wurden begründet aus Diskussionen innerhalb des Technical Committee des International Accreditation Forums (IAF TC) wichtige Entscheidungen zum Migrationsprozess getroffen:

  • Die Übergangsfrist für die Migration von bereits zertifizierten Organisationen von BS OHSAS 18001 zu ISO 45001 wurde bis zum 31. März 2021 verlängert.
  • Im Rahmen einer Migration kann, sofern der Kunde dies wünscht, auf dem akkreditierten Zertifikat nach ISO 45001 eine zusätzliche Angabe zu einer eventuell früheren Zertifizierung nach BS OHSAS 18001 gemacht werden. Dieses Zertifikat soll das aktuelle Ausstellungsdatum gemäß ISO 45001 darstellen und kann als Anmerkung das Erstzertifizierungsdatum gemäß BS OHSAS 18001 enthalten. („zertifiziert gem. BS OHSAS 18001 seit xx.xx.xxxx“)

Außerdem wurde am 05. Februar 2020 der IAF MLA-Geltungsbereich der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) um den Standard ISO 45001 erweitert. Das DAkkS-IAF-Kombilogo kann nun also auch auf ISO 45001-Zertifikaten verwendet werden. Die erweiterte Logo-Nutzung benötigt die Prüfung und Bestätigung durch den verantwortlichen DAkkS-Verfahrensmanager.

Spitzenausgleich wird auch 2020 gewährt

Im vergangenen Jahr konnte das produzierende Gewerbe seine Ziele bei der Reduktion der Energieintensität erreichen, wie das Bundeskabinett vor kurzem mitteilte. Aus diesem Grund wird der Spitzenausgleich (§ 55 EnergieStG, § 10 StromStG) auch für das Antragsjahr 2020 weiterhin gewährt.

Wie das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in seinem Monitoringbericht feststellte, ist die Energieintensität gegenüber der Basisperiode 2007 bis 2012 im Jahr 2018 um 16,7 Prozent zurückgegangen. Der zu erzielende Wert liegt bei 7,95 Prozent und somit deutlich darunter, weshalb der Spitzenausgleich folglich gewährt wird. Bekanntgemacht wurde dies im Bundesanzeiger.

Vorausgesetzt für die Beantragung des Spitzenausgleichs wird weiterhin der Nachweis eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach ISO 50001 oder eines Umweltmanagementsystems nach EMAS. Sollten Sie zu einem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gehören, reicht Ihnen der Nachweis über ein alternatives System gemäß der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV).

Sollten Sie Interesse an der Beantragung des Spitzenausgleiches haben, können Sie Ihre Ansprüche mit dem Excel-Tool der IHK Lippe berechnen.

(Quelle: Bundesfinanzministerium)

Änderungen der ISO 22301:2019

Seit sieben Jahren wird die Betriebsunterbrechung laut Allianz Risk Barometer als Top Business Risiko von den Befragten eingeschätzt. Die Relevanz, beständig und möglichst ohne Unterbrechung konforme Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen, ergibt sich sowohl aus der ISO 9001 als auch aus vielen Verträgen mit Ihren Kunden.
Jeder möchte wohl Betriebsunterbrechungen vermeiden oder deren Auswirkungen auf ein Minimum reduzieren. Basierend auf den Anforderungen, die die ISO 22301:2019 an Ihr Unternehmen stellt, lässt sich ein Managementsystem zur Vermeidung von Betriebsunterbrechungen schnell und effizient aufstellen, da es strukturell der ISO 9001:2015 stark ähnelt.

Geringfügige Änderungen

Im November 2019 wurde die ISO 22301 für Business Continuity Managementsystem revisioniert und liegt nun als ISO 22301:2019 vor. Die Änderungen im Vergleich zur alten Norm sind allerdings geringfügig. An Relevanz dazu gewonnen hat die Praxistauglichkeit, was sich unter anderem auch in der Namensänderung hin zu „Security and resilience – Business continuity management systems – Requirements“ zeigt.

Die ISO 22301 ist der erste internationale Standard zur Implementierung und Aufrechterhaltung eines effektiven Business-Continuity-Plans. Einem Unternehmen wird hiermit eine effektivere Reaktion und schnellere Wiederherstellung bei Betriebsunterbrechungen ermöglicht. Hierdurch können Auswirkungen auf Personen, Produkte und das Unternehmensergebnis im Allgemeinen verringert werden.

Die Hauptänderungen beziehen sich auf:

  • Die Fokussierung auf eine belastbaren Organisation, um sich an Veränderungen schneller anzupassen
  • Die Fokussierung auf eine schnelle Wiederherstellung nach einer Betriebsunterbrechung basierend auf Reaktionsplänen und Mitarbeitern, die ihre Rolle erkennen
  • Die systematische Identifizierung der eigenen Schwachstellen, um diese zu beseitigen
  • Die Pläne, um im Falle eines Fehlers zu reagieren
  • Die Entfernung von redundanten Texten bzw. Anforderungen
  • Eine hundertprozentige Anpassung an die „High Level Structure“
  • Eine verbesserte und ablauforientierte Struktur mit klaren und logischen Ablauffolgen der einzelnen Prozesse
  • Verstärkte Anwenderorientierung, wie z.B.
    • 4.1 – Kontext der Organisation mit geringeren Dokumentationsanforderungen
    • 5.1 – Hier wird nun von Führung und Verpflichtung (statt Selbstverpflichtung) gesprochen
    • 5.2 – Aktive Übungsteilnahme der Führung wird nicht mehr gefordert
    • 6.3 – Änderungen am BCM sind in geplanter Weise umzusetzen
    • 8.2 – Bei der BIA (Business Impact Analyse) müssen die Ausgangskategorien als Analysebasis verwendet werden
    • 8.3 – Der Fokus liegt auf den Lösungen für spezifische Risiken und Auswirkungen und nicht mehr allein auf der BCM-Strategie
  • Die Integration in bestehende Managementsysteme (ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001,..) wurde verbessert
  • Die Fokussierung auf akzeptable „Auswirkungen“ der Organisation anstelle der Risikobereitschaft der Organisation

Die Umstellungsperiode wird drei Jahre betragen. Das heißt: Ab November 2022 haben die Zertifikate nach ISO 22301:2012 keine Gültigkeit mehr.

Neuigkeiten zum Zollformular 1449

Ihr findet sowohl bei den SpaEfV – Vorlagen wie auch bei den Vorlagen zur 50001:2018 die entsprechenden Dokumente, um mit wenigen Mausklicks das Zollformular 1449 erstellen zu können. Ihr könnt einfach die entsprechende XML-Datei hochladen und die Adress- bzw. Zertifikatsdaten ergänzen. Wenn Ihr Euch dann die erzeugte XML-Datei abspeichert könnt Ihr diese auch im Folgejahr zum Upload nutzen und habt noch weniger Arbeit.

Folgendes ist ab 2020 zusätzlich zu beachten (Stellungnahme Zoll):

Formblätter 1449 welche resultierend aus einem 50001 – Audit erzeugt werden, müssen nicht vom Auditor, sondern nur durch die GF der DMSZ unterzeichnet werden.

Bei allen SpaEfV-Verfahren nach Alternativem System (Anlage 1 & 2), wo Ihr vor Ort gewesen seid, muss zusätzlich der Auditor unterzeichnen.

Hier Link zum Video
http://www.dmsz.consulting/wp-content/uploads/tutorials/XML-Dateien-ausfuellen.mp4