Ab dem 1. Mai 2019 fallen „passive“ Elektro- und Elektronikgeräte (also solche, die Ströme lediglich durchleiten) unter den Anwendungsbereich des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes. Sie sind damit kennzeichnungs- und ihre Hersteller und Importeure registrierungs- und meldepflichtig.
Auch bei „passiven“ Produkten ist die Unterscheidung zwischen Endgeräten und Bauteilen entscheidend. Endgeräte fallen in den Anwendungsbereich, Bauteile sind weiterhin davon ausgenommen. Zu Endgeräten gehören laut der zuständigen Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR) beispielsweise fertig konfektionierte Verlängerungskabel, Lichtschalter, Steckdosen und Stromschienen. Als Bauteile eingestuft werden zum Beispiel Kabel als Meterware, Aderendhülsen und Ringkabelschuhe. Auf der Homepage www.stiftung-ear.de finden sich weitere Beispiele für betroffene Geräte und nicht betroffene Produkte, jeweils mit Fotos zur Veranschaulichung, unterteilt nach folgenden Stichworten:

  • Antennen
  • Adapter, Klinken, Stecker
  • Buchsen, Steckdosen
  • Konfektionierte Kabel
  • Schalter, Taster
  • Schmelzsicherungen
  • Gegenbeispiele in Form passiver Produkte zum Einbau in andere Geräte und damit nicht im Anwendungsbereich

Betroffene Geräte sind bei der Registrierung den neuen Gerätekategorien Nummer 4, 5 oder 6 zuzuordnen. Viele Elektrogeräte wie zum Beispiel Bildschirme werden mit beigelegten komplett konfektionierten Kabeln verkauft. Auch diese Standard-Kabel gelten ab 01.05.2019 als eigenständige Elektrogeräte und unterliegen damit den genannten Pflichten.

Legt ein Hersteller oder Importeur seinen Bildschirmgeräten zum Beispiel Netz- und USB-Kabel bei und bringt sie so erstmalig in Deutschland in Verkehr, benötigt er für diese Kabel ebenfalls eine Registrierung.

Er braucht dann Registrierungen in den Kategorien Nummer 2 für Bildschirme, Nummer 5 für Kleingeräte sowie Nummer 6 für kleine Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik. Verfügt er bereits über Registrierungen in der entsprechenden Geräteart und Marke, kann er die Kabel dort mit melden bei seinen Mengenmeldungen.

Legt ein Hersteller dagegen Kabel bei, die von einem anderen, in Deutschland dafür korrekt registrierten Hersteller stammen, bedarf er selbst keiner separaten Registrierung für diese Kabel. Bei der Mengenmeldung der von ihm hergestellten Geräte ist dann das Gewicht der anderweitig registrierten Kabel herauszurechnen.

(Quelle: Stiftung EAR, geändert)

ElektroG: „Passive“ Geräte ab Mai 2019 betroffen