In Deutschland verpflichtet der Gesetzgeber jeden Arbeitgeber, Gefährdungen durch psychische Belastung zu ermitteln und entsprechend zu vermeiden. Er spezifiziert jedoch nicht, wie eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung durchzuführen ist. In einer Untersuchung wurden 37 qualitative betriebliche Fallstudien anhand teilstrukturierter Interviews mit betrieblichen Akteuren und Dokumenten dahingehend analysiert, ob und wie Arbeitgeber methodische Spielräume auch jenseits von normativen Empfehlungen nutzen, um Gefährdungen zu identifizieren. Die vielfältigen methodischen Herangehensweisen folgen drei Orientierungen, die mehr oder weniger gemeinsam verfolgt werden:

  • Messen und Bewerten definierter Konstrukte psychischer Belastung,
  • Erklären und Verstehen von Entstehungszusammenhängen problematischer, mit psychischer Belastung assoziierter Arbeitssituationen und
  • Erstellen eines (vermeintlich) rechtssicheren Dokuments zum Nachweis einer Gefährdungsbeurteilung

Grenzen dieser Herangehensweisen werden in den Fällen deutlich, in denen einseitig auf eine dieser Orientierungen fokussiert wird. Methodischer Entwicklungsbedarf wird insbesondere für (qualitative) Ansätze des „Erklärens und Verstehens“ aufgezeigt.

Der 16-seitige Ergebnisbericht findet sich auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (Link zum BAuA-Bericht in pdf-Form).

(Quelle: BAuA, gekürzt)

Ermittlung und Beurteilung psychischer Belastungen